Der zerbrochene Krug

Am 21.11.2017 besuchten die Schüler der Klassenstufe 12 des Heinrich-
Ehrhardt-Gymnasiums zusammen mit einigen ehemaligen
Klassenkameraden, Eltern und Lehrern das Theaterstück „Der zerbrochene
Krug“ von Heinrich von Kleist. Das Lustspiel aus dem frühen 19.
Jahrhundert wurde im E-Werk in Weimar aufgeführt.
Der Weg dorthin, bei Dunkelheit und Regen, war die erste
Herausforderung. Endlich angekommen, wurden wir von einem modernen
Ortseingangsschild begrüßt- schwarz auf gelb: Huisum. In Utrecht, bei
Huisum spielt die Handlung des Stückes. Nachdem wir in die alte
Fabrikhalle eingetreten waren, standen wir und vor allem unsere
Kursleiterin Frau Engelmann, vor dem nächsten Problem. Sie wusste nicht,
wo sie „ihre Kinder“ unterbringen sollte. Nachdem wir aufgeklärt wurden,
dass der eigentliche Theatersaal erst geöffnet werden würde, hatten wir
die Möglichkeit unsere Garderobe aufzuhängen. Einige Minuten später
traten wir von Papierschneeflocken beschneit in den Saal ein. Die freie
Platzwahl ermöglichte es uns, zwischen einer Vielzahl unterschiedlichster
Sitzgelegenheiten zu wählen. Dabei erwischten einige Zuschauer sehr
bequeme Stühle, andere mussten sich mit alten, harten Holzstühlen
zufrieden geben. Alle Plätze waren in wenigen Reihen, kreisförmig um die
Bühne verteilt. Auf dieser befand sich schon beim Eintreten einer der
Schauspieler, der mit seinem schmuddeligen Aussehen die Blicke auf sich
zog. Er stellte augenscheinlich Richter Adam dar und leitete das Stück mit
einem Rülpsen ein.
Während der Aufführung konnte man herzhaft und vor allem fast
ununterbrochen lachen. In den ersten Reihen wurden die Zuschauer ein-
bis zweimal nass, allerdings wurde man durch verschiedenste urkomische
Szenen entschädigt. Durch das geschickte Einflechten moderner Elemente
in die Originalform konnten sich alle Zuschauer mit dem Stück
identifizieren. Außerdem wurde das Publikum durch die Schauspieler in das
Geschehen mit einbezogen, sodass man das Gefühl hatte, sich selbst im
Gerichtssaal von Utrecht zu befinden. Gleich zu Anfang bekam zum
Beispiel einer unserer Mitschüler ein Blatt Papier in die Hand gedrückt, mit
welchem sich Richter Adam während seiner Morgentoilette seinen Hintern
abwischte. Außerdem wurden wir während des Abends Zeugen, wie ein
sehr kleiner Gerichtsrat auf einen Stuhl zu klettern versuchte, dessen
Sitzfläche sich auf Brusthöhe befand. Des Weiteren fanden
Verfolgungsjagden durch die Reihen des Publikums statt. Die Schauspieler
machten von ihrer Stimmgewalt laut und ausgiebig Gebrauch.
Die Spannung des Stückes hielt sich bis zuletzt, als der Richter als Täter
entlarvt wurde. Das Lustspiel schloss mit einem augenscheinlichen Happy
End. Was will man mehr?

Lena und Franziska