Gymnasium zeigt, was es hat

Folgender Artikel erschien am 12.03.2013 im Freien Wort:

Das Heinrich-Ehrhardt-Gymnasium hatte zum Tag der offenen Tür geladen. Zahlreiche Besucher folgten der Einladung und bestaunten, was die Schüler so alles vorbereitet hatten.

Nikola Schieding und Wiebke Langenhan (v.l.) aus der 9 a demonstrierten im Physikraum die Funktionsweise von Gleichstrommotor und Generator. Foto: frankphoto.de

Nikola Schieding und Wiebke Langenhan (v.l.) aus der 9 a demonstrierten im Physikraum die Funktionsweise von Gleichstrommotor und Generator. Foto: frankphoto.de

Zella-Mehlis - Wenn an einem Samstagvormittag im Gymnasium Hochbetrieb herrscht, und vor dem Gebäude kein Parkplatz mehr zu bekommen ist, kann das eigentlich nur eines bedeuten: Es ist Tag der offenen Tür am Heinrich-Ehrhardt-Gymnasium. Am Wochenende war es wieder soweit. Die Schule hatte für alle aktuellen, künftigen und ehemaligen Schüler, für Eltern, Großeltern und Geschwister sowie alle Interessierten ihre Pforten geöffnet und zeigte, was sie zu bieten hat.

Und das ist eine ganze Menge. Überall weisen bunte Schilder auf Aktionen hin, und aus dem Lautsprecher schallen immer wieder Ansagen von Schülern durch die Räume und Gänge: Theater im Essensraum, Konzert im Musikraum und Experimente im Chemieraum. Wo soll man da zuerst hingehen?

Viele schauen einfach überall, wo sie beim Rundgang durch das Schulgebäude vorbeigehen, hinein. Es gibt ja auch überall was zu sehen und zu erfahren. Und meist auch was zum Mitmachen. So kann im Physik-raum, wo Schüler verschiedene elektrische Schaltungen aufgebaut haben, probiert werden, diese nach dem Auseinandernehmen wieder so zusammenzubauen, dass der Strom fließt und so eine kleine Glühlampe zum Leuchten bringt. Im Matheraum kann man sich indes an verschiedenen Denkspielen versuchen, und im Chemieraum versilbern oder vergolden die Schüler Centstücke.

Verblüffende Experimente

Zudem gab es dort "Die chemische Weltreise der vier Quacksalber" zu erleben. Die Quacksalber Tom, Daniel, Fabian und Stefan sowie Erzähler Lukas nahmen die Besucher mit um die Welt, wo sie verblüffende Experimente durchführten. So stellten sie auf ihrer ersten Station in Afrika Zahnpasta für einen Elefanten her. Zu etwas Geschirrspülmittel gaben sie Wasserstoffperoxid und eine Kaliumiodidlösung und schon quoll eine gelbe Masse aus dem Reagenzglas. Und mittels eines Tauchbads und einer Feuerprobe überprüften die Quacksalber die Echtheit eines Geldscheins, später probierten sie die Chakra-Flüssigkeit eines indischen Gurus aus, brachten einen Teebeutel zum Abheben und mehr.

Die Schüler gaben sich ohne Ausnahme viel Mühe, ihre Schule, die verschiedenen Fächer und Projekte zum Tag der offenen Tür zu präsentieren. Für Fragen und Erklärungen standen sie jederzeit zur Verfügung, und auch um das leibliche Wohl der Besucher kümmerten sie sich. Traditionell gab es einen Kuchenbasar, leckere, gesunde Kost wie Salate sowie Speis und Trank, mit denen auch eine Verbindung zum Fremdsprachenunterricht hergestellt wurde.

Kulinarische Weltreise

Im Russischraum, wo Matroschkas im Fenster stehen, gab es Tee aus dem Samowar und Pelmeni mit saurer Sahne. Verführerisch duftende Crêpes werden im Französischraum, der kurzerhand in ein Bistro umgewandelt wurde, gebacken. Zu einer waschechten Teatime mit Scones und natürlich Tee luden die Englischschüler ein, und bei den Lateinern gab es Essen wie zu Zeiten der alten Römer: Moretum (Schafskäse-Knoblauch-Aufstrich) und Pisam Vitellianam (Erbsenpaste) mit selbst gebackenem Brot.

Ehemalige Schüler nutzten den Tag der offenen Tür, um sich zu treffen und nach der alten Penne zu schauen. Aber auch viele künftige Gymnasiasten sind im Gewusel auszumachen. So zum Beispiel Carolin Senke. Die Neunjährige hat im Deutschraum gerade ihren ersten, spielerischen, Test am Gymnasium mit Bravour bestanden. Kein Wunder: "Deutsch ist mein Lieblingsfach", sagt Carolin, die die vierte Klasse in der Schillerschule besucht. Ab September will sie aufs Heinrich-Ehrhardt-Gymnasium, wie ihre große Schwester Anika. Dafür schreibt sie sich in dieser Woche ein. Schulleiter Wolfgang Lindenlaub hofft, dass viele andere auch diesen Weg gehen und er zum Schuljahresbeginn zahlreiche Fünftklässler am Zella-Mehliser Gymnasium begrüßen kann.

Von Caroline Berthot

Quelle: www.insuedthueringen.de