Moderner Shakespeare?

„Die ganze Welt ist Bühne!“
Dieses Zitat von William Shakespeare nahmen sich die Schüler und Schülerinnen des Heinrich-Ehrhardt-Gymnasiums in Zella-Mehlis zu Herzen, als am Mittwoch, dem 28. November 2018, für die Klassen 10 bis 12 Shakespeares zeitloses Meisterwerk „Macbeth“ in modernisierter Form von englischen Schauspielern in ihrer Muttersprache aufgeführt wurde. Somit erlebte der begeisterte Zuschauer nicht nur meisterhafte Schauspielkunst, sondern lernte auch die einzigartige Sprache der Akteure kennen.
Mord, Machtgier, Gerechtigkeit und die Frage, inwieweit das Schicksal über unser Leben bestimmt, sind Themen dieses spannenden Stückes, die auch heute noch zahlreiche Menschen zum Nachdenken anregen.

„Macbeth“ zählt zu den letzten und dunkelsten Tragödien Shakespeares, welches bereits um 1660 in England nach der Wiedereröffnung der Theater zu großem Ansehen gelangte. Bis heute ist das Werk als Klassiker im Programm eines jeden Schauspielhauses zu finden. Das Drama rund um den königlichen Heerführer Macbeth, dessen Entwicklung das zentrale Element darstellt, geht zurück auf die historischen Ereignisse im Schottland des elften Jahrhunderts.
Der Anfang der Handlung liegt in der Prophezeiung dreier Hexen, welche Macbeth den Titel »Thane of Cawdor« und eine Zukunft als Schottenkönig vorhersagen. Als sich ersteres Versprechen bewahrheitet, wächst im Kommandanten das Verlangen nach der Krone. Unter dem Drängen seiner Frau, Lady Macbeth, beschließt er letzten Endes, den Verlauf der Dinge zu beschleunigen. Der Meuchelmord an König Duncan ist der Anfang einer Kette von zahlreichen Verbrechen, welche das unstillbare Machtstreben des Paares befriedigen sollen. Weitere Morde gipfeln letztendlich jedoch im Verlust des Verstandes und jeglicher Menschlichkeit der Täter. Am Ende der Tragödie findet sich der Fall Macbeths und dessen Frau.
Dass Kultur in englischer Sprache schon zur gelungenen Tradition an der Schule geworden ist, wird durch die diesjährige fünfte Vorführung deutlich. Nach „Alice in Wonderland“ im vorherigen Jahr brachte die Schauspielgruppe „Dreampark-Theatre“ aus London dieses Jahr innerhalb ihrer sechswöchigen Tour durch Frankreich und Deutschland mit „Modern Macbeth“ das wohl anspruchsvollste Werk bislang mit nach Zella-Mehlis.
Trotz einiger tiefgreifender Veränderungen bezüglich Sprache, Ort und Zeit - „Modern Macbeth“ spielt im heutigen London – blieben die ursprünglichen Themen und Intentionen von Shakespeares Meisterwerk erhalten. Während des Stücks wechselnden die drei unglaublich talentierten Schauspieler, unter denen eine Norwegerin vertreten war, ständig ihre Rollen, die aber an der typischen Kleidung leicht zu unterscheiden waren. Die Verständlichkeit des Stücks wurde ebenfalls durch immer wieder eingeschobene Filmsequenzen wie beispielsweise aktuelle Nachrichten von Terroranschlägen, Gewaltszenen oder einfache Symbole, erhöht. Somit konnte auch der weniger sprachbegabte Zuschauer die Handlung bestens nachverfolgen.

Wir und auch unsere gesamte Klasse haben das Theaterstück in hohem Maße genossen und freuen uns schon jetzt auf das nächste Mal. Es ist immer wieder ein wunderbares Erlebnis, Schauspielkunst so nah zu erleben, sodass man jede Chance dazu nutzen sollte. Wir hoffen inständig, dass auch in Zukunft diese Tradition aufrechterhalten werden kann, um so vielen Schülern wie möglich die Möglichkeit zu bieten, Sprache und Schauspiel hautnah zu erleben.

Vivien Hornawsky, Lukas Grajewski, Niklas Hentschke
Klasse 11b, Heinrich-Ehrhardt-Gymnasium Zella-Mehlis