Wenn Schule einfach nur noch Spaß macht

Folgender Artikel erschien am 19.07.2012 im Freien Wort:

Mit Bewegung und gesunder Ernährung klingt heute eine abwechslungsreiche Projektwoche am Heinrich-Ehrhardt-Gymnasium aus. Themen waren Geschichte, Naturwissenschaften oder Sprachen.

Mathe einmal anders: Im Schulhof galt es, Wissen anzuwenden, damit sich am Ende ein großer Elefant auf dem Asphalt zeigte. Foto: frankphoto.de

Mathe einmal anders: Im Schulhof galt es, Wissen anzuwenden, damit sich am Ende ein großer Elefant auf dem Asphalt zeigte. Foto: frankphoto.de

Zella-Mehlis - Die Zeugnisse sind geschrieben, die Lehrpläne in den einzelnen Fächern abgearbeitet. Was bleibt also noch zu tun in der letzten Woche vor den Ferien? Im Heinrich-Ehrhardt-Gymnasium findet seit Beginn der Woche eine Projektwoche statt, in der Gelerntes noch einmal auf ganz andere Weise wiederholt und gefestigt wurde.

Zu den Höhepunkten für viele Schülerinnen und Schüler gehörte der gestrige "Tag der Naturwissenschaften, Sprachen und Künste". Vorbild für eine Art Stationsbetrieb in den einzelnen Fachkabinetten war der "Tag der offenen Tür", an dem sich vor einigen Wochen Eltern und Geschwister vom Schulalltag ein Bild machen konnten. "Es war der Wunsch der Schüler, diesen Tag ähnlich zu gestalten", sagt Uwe Mühlfriedel. Der Physiklehrer ist Mitglied der Arbeitsgruppe "Gesunde Schule" unter Leitung von Eva Krah, die sich intensiv in die Vorbereitung des Projekttages eingebracht hat.

Akteure an den einzelnen Stationen waren insbesondere die älteren Jahrgänge der Klassen neun bis elf, die ihre jüngeren Mitschüler mit Experimenten, Schatzsuche, Kostproben aus Schreibversuchen oder Aufführungen eines Theaterstückes neugierig machten auf Herausforderungen der nächsten Jahre.

Wer ins Chemiekabinett hineinschnupperte, konnte zum Beispiel darüber staunen, wie Kupfer scheinbar in Silber oder Gold verwandelt wurde. Die Zaubertunke war eine Mischung aus Natronlauge und Zinkstaub, mit der es Erik Michalowski, Axel Hoffmann und Paul Sikorski aus der Neunten vermochten, die jüngeren Gymnasiasten zu begeistern.

Biologielehrer Gerhard Heinz hatte für seinen Bereich ebenfalls eine Reihe von Experimenten ausgewählt, um einen Einblick in das Fach zu gewähren. Die Vorführungen überließ er natürlich seinen Schülern, die unter anderem mit einem Rotkohl-Kopf zeigten, wie mit chemischen Reaktionen kunterbunte Pflanzenfarben hergestellt werden können. "Einige Schüler sind sehr interessiert, andere weniger", meinte er und hätte sich offenbar mehr Zulauf gewünscht.

Heute Gesundheitstag

Sehr großes Interesse zeigten Lena Holland-Moritz und ihre Freundin Sophia Späth. "Wir waren heute schon überall. Aber Bio hat uns am besten gefallen". Dabei schauten sie ihren älteren Mitschülern nicht nur über die Schultern, sondern wagten auch selbst einen Test. Was von Experten als "Chromatographie von Farbstoffen" bezeichnet wird, ließ sich ganz einfach und verständlich mit Kreide, Farbstiften und Wasser erklären.

Eine Superidee hatten die Neuntklässler für ihre Englisch-Station. Der Klassenraum wurde kurzerhand zum Freizeitpark umgebaut, in dem die jungen Besucher nur punkten konnten, wenn sie die Sprache gut beherrschten. Ganz gleich, ob sie im Süßwaren-Geschäft einkauften, im Café etwas bestellen oder das Informationszentrum nutzen wollten.

Der heutige Abschlusstag steht ganz im Zeichen von Sport, Spiel und Ernährung. Das Programm beinhaltet neben einem gesunden Frühstück unter anderem Volleyball, Tennis, Fußball oder auch Zumba. Das Anliegen "Gesunde Schule" wird auch von der ortsansässigen vr-Bank unterstützt. Vertreter überbringen 100 Trinkflaschen, die an den Vorstand des Schulfördervereins übergeben werden. Diese können von den Gymnasiasten kreativ gestaltet werden und sind zur Verwendung an dem Wasser-Trinkbrunnen vorgesehen, der vor einigen Jahren im Schulgebäude aufgestellt worden ist.

Von Beate Kiesewalter-Henkel

Quelle: www.insuedthueringen.de